Es war einmal …

Manche Anfänge bleiben im Ungefähren. Ein gewisser Porath soll 1837 an der Kastanienallee 7 mit dem Bierausschank begonnen haben. Gesichert ist die Überlieferung, daß die Familie Kalbo 1852 das Etablissement erwarb und ausbaute. Der Aufstieg vom Bier- und Kaffeegarten zur Freizeit- und Vergnügungsgaststätte begann.

Anfänglich am sandigen Rande Berlins gelegen, schluckte die Stadt bald das »Café chantant«. Soubretten traten auf und Herr Kalbo nannte sich »Cafétier«.

Vom Berliner Prater war vorläufig nur in den Polizeiakten die Rede, Paul Kalbo hieß darin »Schauspiel-Unternehmer«. 1867 hatte er eine Konzession zur Aufführung von Lustbarkeiten beantragt, die erst nach zwei Jahren Überprüfung ausgestellt wurde.

Weißbierflaschen von 1860 mit Namenszug der Kalbos, gefunden 1996 bei Ausgrabungen im Prater

Zeitgleich erwarb die Brauerei Pfefferberg in stiller Aktion das Unternehmen, die Kalbos blieben aber die Akteure des Praters. Mit der Finanzkraft der Brauerei konnte ein Saal gebaut werden.

Bis zur Jahrhundertwende wurde der Konkurrenzkampf immer härter. Vier Kneipen warben – rein statistisch – um je hundert Familien. Eine in Deutschland einmalige Zapfhahndichte.

Der Prater überlebte, weil er gleichzeitig – so schrieb Thilo Zantke 1987 in seiner ausführlichen Pratergeschichte – »Kneipe, Ausflugslokal, Varieté, Volkstheater, Ballsaal, Garten und Versammlungsort« war.

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